Dominikanische Republik

Santiago & Cibao-Tal

Cibao-TalZigarrenmanufaktur



Cibao-Tal

Das Cibao-Tal, dessen Namen noch von den Ureinwohnern der Insel stammt, erstreckt sich zwischen der
Cordillera Central, dem mächtigen Zentralgebirge, und der Cordillera Septentrional im Norden der Insel. Die fruchtbare und dicht besiedelte Gegend, die zu den ertragreichsten Regionen der Karibik zählt, bringt fast alle Arten landwirtschaftlicher Erzeugnisse hervor. Und so verwundert es kaum, dass das Cibao-Tal noch zu den prosperierenderen Gegenden des Landes zählt. (Prosperierend natürlich nur, wenn man sich vor Augen hält, dass es sich bei der Dominikanischen Republik um ein Entwicklungsland handelt.)
Der Besuch des Tals mit mehreren kleinen Städten wie
Moca (ca. 50.000 Einwohner) oder La Vega (ca. 80.000 Einwohner) lohnt auf alle Fälle. Viele Touristen, die sich kaum ein paar Schritte von den Hotelanlagen oder Sandstränden im Norden oder Osten der Insel fortbewegen, bekommen hier ihren ersten Einblick in eine „andere“ Karibik, die aber nicht mit weniger faszinierenden Naturlandschaften aufwarten kann als die Küstenregion.

Ausblick auf das Cibao-TalVon der Nordküste aus erreicht der Reisende das Cibao-Tal über Cabarete, von wo aus er ins Landesinnere abbiegt. Schon bald steigt die Landstraße an und man befindet sich in der Cordillera Septentrioal, wo sich die Straße in Serpentinen windet. Das Sprichwort, schon der Weg sei das Ziel, trifft hier zu, denn die sattgrüne Gebirgslandschaft, die sich dem Reisenden eröffnet, beeindruckt durch ihre Vegetation aus Palmenhainen, Bananenstauden, Mangobäumen etc..
Viele Ausblicke auf weite, einsame Täler lassen eine friedvolle Grundstimmung aufkommen, die man an der touristisch bevölkerten Nordküste so nicht erwarten würde. Was mich selbst bei meinen Fahrten aber immer wieder am meisten beeindruckte sind die Menschen, die vor ihren bundbemalten Holzhäuschen am Straßenrand sitzen und - dem Reisenden zuwinkend - eine Fröhlichkeit und Leichtigkeit verbreiten, die nach unserer „westlichen“ Denkungsart eigentlich im krassen Gegensatz zu ihrem Alltag stehen müsste.
Bei
El Cumbre hat man den höchsten Punkt des Nordgebirges erreicht. Hier gibt es ein kleines Restaurant mit Terrasse, von der aus man den vielleicht besten Blick auf das Cibao-Tal genießt. Von El Cumbre aus geht die Landstraße dann wieder bergabwärts und hinein ins Cibao-Tal.


Moca

Das kleine, gemütliche Städtchen Moca ist – so wie es der Name vermuten lässt - das Zentrum des Kaffees in der Dominikanischen Republik.


La Vega

La Vega ist bekannt für seine Wallfahrtskirche, die die Überreste eines Holzkreuzes beherbergt. Eine Legende besagt, dass sich die Ureinwohner bei der Besetzung dieser Gegend gegen die Spanier aufgelehnt haben. Als sie das Holzkreuz der Besatzer verbrennen wollten, erschien ihnen die Jungfrau de las Mercedes - und der Untergang der Taino war besiegelt.
Heute, da das Massensterben der Taino als das gesehen wird, was es war – ein Völkermord an den Ureinwohnern – ist das Holzkreuz ein Mahnmal gegen das Unrecht.


Santiago de Los Caballeros

Santiago de los Caballeros ist mit ihren rund 800.000 Einwohnern die nach Santo Domingo zweitgrößte Stadt des Landes und das Zentrum des Cibao-Tals. Für viele Dominikaner ist sie sogar die heimliche Hauptstadt. Als Wiege des Karnevals und des Merengue und als Heimat mehrere Universitäten, ist Santiago eben nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein kulturelles Mekka.  
Zigarrendreher bei der ArbeitDennoch sind es vor allem Rum und Tabak, die der Stadt zu ihrem relativen Wohlstand verholfen haben. Vor allem die Zigarren der Region genießen bei Kennern einen ausgezeichneten Ruf, der dem der besten kubanischen Marken kaum nachsteht. So wird z.B. die berühmte Davidoff-Zigarre in Santiago gefertigt. Aber auch weniger bekannte Marken, die in vielen kleinen und größeren Manufakturen in der Region gefertigt werden, sind exquisit. Wer den Zigarrendrehern mal auf die Finger schauen möchte, hat in Santiago viele Möglichkeiten eine Manufaktur zu besuchen. Für die großen, wie z.B. „La Aurora“, ist zumeist eine Voranmeldung vonnöten, oder man besucht sie als Bestandteil eine geführten Tour. Ungezwungener geht es, wenn man bei einem Stadtbummel einfach bei einem der kleinen, privaten Betriebe vorbeischaut, auf die man in Santiago an vielen Straßenecken trifft. Einfach freundlich und interessiert fragen. Der Besucher wird zumeist gerne in die Handwerkskunst des Zigarrendrehens eingeführt. Übrigens ist der Beruf des Zigarrendrehers in der Dominikanischen Republik ein gutbezahlter Ausbildungsberuf, der einen relativ hohen sozialen Status genießt.

 


Zuletzt bearbeitet am 28.10.2004